Einträge tagged ‘gewalt

14
Jul
09

Reale Gewalt vs virtueller Gewalt

Vielleicht hätte der bayrische Innenminister, Herr Herrmann, seine Aufmerksam eher der realen als der virtuellen Gewalt widmen sollen, denn im Gegensatz zu virtueller Gewalt kommen bei realer Gewalt wirklich Menschen zu Schaden.

Wir erinnern uns: Herr Herrmann vergleicht ja gerne, übrigens mit Billigung der Staatsanwaltschaft, Videospieler mit Kinderschändern und auch sonst sind Videospiele für alles Leid dieser Welt verantwortlich.

Macht man allerdings einen Realitycheck, so sterben Menschen nicht durch Mausklicks und auch jemand mit einer Counterstrike-Packung zu erschlagen, dürfte ein langwieriges und recht fruchtloses Unterfangen sein.

Menschen sterben durch reale Kugeln aus realen Waffen, so wie es vor kurzem in Regensburg passiert ist, wo ein Musikstudent, der Polizisten mit einem Messer bedrohte von 8 Polizeibeamten mit insgesamt 16 Kugeln, von denen auch drei von hinten trafen, niedergeschossen wurde.

Die Polizei ist neben ihren Schusswaffen auch mit Schlagstöcken und Reizgas bewaffnet, und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Entwaffnen eines Messerträgers nicht zum Standardprogramm des Trainings gehört. Die Verhältnismäßigkeit des Schusswaffeneinsatzes kann daher durchaus in Frage gestellt werden.

Herr Herrmann ist als Innenminister oberster Dienstherr der Polizei. Es würde den Menschen sicher mehr helfen, wenn er seiner Aufsichtspflicht als Dienstherr besser nachkommen würde, anstatt polemisch und beleidigend auf harmlose Videospieler verbal einzuschlagen. Aber vielleicht findet man ja einen Computer bei dem Toten, dann könnte man die Polizei medienwirksam für die Verhinderung eines Amoklaufs preisen.

08
Apr
09

close range

Man kann sich auch humoristisch mit Gewalt in Videospielen auseinander setzen:

Close Range„:

Der (Fake-)Bericht und das (Fake-)Spiel illustrieren sehr gut, dass Spiele, die nur aus Gewalt bestehen vor allem langweilig, uninteressant und überflüssig sind. Über das Thema handelt auch der Kommentar „Die Frage der wertvollen Gewalt“ auf 4players.de

08
Apr
09

„All dies erwähnt er allerdings nicht“

Auch wenn er schon fast 10 Jahre alt ist, er ist immer wieder lesenswert und illustriert sehr gut die Wahrnehmungswelt unserer Moral- und Ordnungshüter:

Zunächst soll es um die Wirkung bzw. die darauf beruhende Indizierung von Computerspielen gehen. Fricke verweist auf den Amokschützen von Bad Reichenhall, der vier Menschen tötete. Dieser sei begeisterter Computerspieler gewesen. Tatsächlich besaß der 16jährige Martin Peyerl eine Playstation. Sein Zimmer und seine Schulsachen waren geschmückt mit Hakenkreuzen, im Zimmer seiner Schwester, die mit einem Skinhead liiert war, hing ein Hitler-Bild, man fand Nazi-Musik und Gewaltvideos. Martin galt als verschlossener Außenseiter. Der Vater war Ex-Bundeswehrsoldat, Alkoholiker und besaß 19 Waffen, mit seinem Sohn machte er Schießübungen. All dies erwähnte Dr. Fricke allerdings nicht.

Computer sind Waffen, Telepolis-Artikel von 2000




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