Vielleicht hätte der bayrische Innenminister, Herr Herrmann, seine Aufmerksam eher der realen als der virtuellen Gewalt widmen sollen, denn im Gegensatz zu virtueller Gewalt kommen bei realer Gewalt wirklich Menschen zu Schaden.
Wir erinnern uns: Herr Herrmann vergleicht ja gerne, übrigens mit Billigung der Staatsanwaltschaft, Videospieler mit Kinderschändern und auch sonst sind Videospiele für alles Leid dieser Welt verantwortlich.
Macht man allerdings einen Realitycheck, so sterben Menschen nicht durch Mausklicks und auch jemand mit einer Counterstrike-Packung zu erschlagen, dürfte ein langwieriges und recht fruchtloses Unterfangen sein.
Menschen sterben durch reale Kugeln aus realen Waffen, so wie es vor kurzem in Regensburg passiert ist, wo ein Musikstudent, der Polizisten mit einem Messer bedrohte von 8 Polizeibeamten mit insgesamt 16 Kugeln, von denen auch drei von hinten trafen, niedergeschossen wurde.
Die Polizei ist neben ihren Schusswaffen auch mit Schlagstöcken und Reizgas bewaffnet, und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Entwaffnen eines Messerträgers nicht zum Standardprogramm des Trainings gehört. Die Verhältnismäßigkeit des Schusswaffeneinsatzes kann daher durchaus in Frage gestellt werden.
Herr Herrmann ist als Innenminister oberster Dienstherr der Polizei. Es würde den Menschen sicher mehr helfen, wenn er seiner Aufsichtspflicht als Dienstherr besser nachkommen würde, anstatt polemisch und beleidigend auf harmlose Videospieler verbal einzuschlagen. Aber vielleicht findet man ja einen Computer bei dem Toten, dann könnte man die Polizei medienwirksam für die Verhinderung eines Amoklaufs preisen.




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