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Mac-TV für Internet-Zensur?

Etwas fassunglos musste ich einen Forumseintrag von Jörn Dyck, dem Mann hinter „Mac-TV“, zur Kenntnis nehmen, in dem er die Internetzensur in Schutz nimmt.

Besser als MOGIS kann man nicht darauf erwidern: „Und wenn auch nur ein Kind gerettet wird„.

Nur falls sich jemand fragt, ob es Differenzen zwischen mir und Jörn gibt: In dem Fall ganz sicher!


10 Antworten zu „Mac-TV für Internet-Zensur?“


  1. 1 Martin
    6. Mai 2009 um 10:05

    Ich habe den Beitrag von Jörn jetzt mehrfach gelesen und ich bin genauso fassungslos bin wie Du. Beinahe jeder einzelne Satz ist inhaltlich falsch. Und dumm. Und verquast. Man kann gar nicht glauben, dass er das wirklich ernst meint. Dass solche Aussagen ausgerechnet von jemandem stammen, der selbst das Internet seit Jahren dazu nutzt, um damit Geld zu verdienen, macht umso sprachloser. Unglaublich.

    Aber vielleicht hat man in seiner Familie damals auch die Kinder zur Bestrafung zum Brennesselpflücken mit den bloßen Händen in den Wald geschickt. Wer weiß…

    Dass mein Geld übrigens nicht mehr an Zensurbefürworter geht, versteht sich von selbst.

    • 2 stepa
      2. Juni 2009 um 1:03

      Naja, man muß nicht alles auf die Goldwaage legen. Ich bin auf jeden Fall gegen eine Internetzensur und kann da den Jörn auch nicht verstehen.

      Allerdings leben wir in einer Demokratie wo jeder Mensch das Recht auf eigene Meinung hat. Das bedeutet auch, das wir anderen die nicht dieser Meinung sind, tollerant sein sollten und diese andere Meinung auch zu akzeptieren haben.

      Also lasst mal Butter bei den Fischen und seht das nicht so eng auch wenn es schwerfällt.

      • 3 Nyarla
        2. Juni 2009 um 1:49

        Natürlich steht Jörn das Recht auf diese Meinung zu und in seinem Forum darf er sowieso schreiben was er will.
        Man muss jedoch unterscheiden zwischen tolerieren und akzeptieren. Toleranz kommt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie „Erdulden, Ertragen“, Akzeptanz kommt ebenfalls aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie „annehmen, sich zu Eigen machen“.
        Ertragen kann ich Jörns Meinung schon, akzeptieren jedoch nicht.
        Ich kann das Thema Internet-Zensur auch nicht locker nehmen. Ich halte Zensur für demokratiegefährdend. In dem aktuellen Fall kommt ja noch erschwerend hinzu, dass sie ein ungeeignetes Mittel für den angeblichen Zweck ist.
        Die Anspielung mit dem Brennnessel-Pflücken stammt übrigens aus einem Interview mit der Mutter von Frau von der Leyen. Dort hatte diese freimütig erzählt, dass sie ihre Kinder immer damit bestraft hat, wenn sie es für erforderlich hielt. Böse Zungen unterstellen Frau von der Leyen daher einen traumatisch begründeten Handlungsdrang.

        Ich für meinen Teil habe zumindest beschlossen, meine sowieso schon knappen Ressourcen besser dafür zu verwenden, Zensur zu bekämpfen, als sie Zensurbefürwortern kostenlos zur Verfügung zu stellen.

  2. 4 iAaron
    2. Juni 2009 um 6:07

    Das bedeutet: Sicher nie wieder Norbert bei Mac-TV.de? – sehr schade :-(

  3. 5 stepa
    3. Juni 2009 um 12:10

    Schade Norbert. Bei der letzten (ich meine es war die letzte Sendung)Mac TV Sendung wurde kurz das Thema Norbert angesprochen und Jörn meinte, er wollte mit dir Kontakt aufnehmen und hätte wohl auch eine Mail geschrieben, die aber nicht beantwortet wurde. Seine Mutmaßung war, das du evtl. im Ausland bist, was wohl mal vorkommen würde. Für mich klang das schon so, als wollte er das sich die Woogen glätten.
    Ich denke außerdem, das er dich genauso wie wir Zuschauer dort vermissen. Er weiß genau was er an dir hat(te).
    Wie gesagt kann ich alle Seiten irgendwo verstehen. Leider bleiben wir Zuschauer dabei auf der Strecke, denn gerade euer Zusammenspiel war es, das ich überhaupt Mac-TV Abonnent wurde, als ich mal ein paar Kostproben sah und zudem die Gratisfilme bei iTunes laden konnte. Dabei wurde mir immer die sachlich-fachliche Kompetenz von dir und der Humor von Jörn vermittelt. Abwechselnd mit Gerd, waren diese Sendungen immer humorvoll und dennoch sehr lehrreich. Also genau das was man möchte, eine fachliche Sendung, die aber nicht zu trocken rüberkommt.
    Also wie gesagt, in der angesprochenen Sendung hat dir Jörn in aller Öffentlichkeit die Hand gereicht und natürlich ist es ja eure Angelegenheit wie das Ganze ausgeht.
    Ich für meinen Teil würde mir jedenfalls wünschen, das der „Norbert“ wieder zurück zu Mac-TV kommt und die Sendungen wieder das werden was sie mal waren. Dafür würde ich auch gerne etwas mehr bezahlen falls notwenig und ich denke in Anbetracht der zu erwartenden Kompetenz, würde ich damit nicht alleine da stehen.
    Und das Thema Internetzensur sollte der Jörn in einer seiner nächsten Sendungen nochmals genauer erläutern. Leider hatte ich dies gar nicht mitbekommen und kann mir sowas gerade von Ihm auch gar nicht so einfach vorstellen. Mal sehen.

  4. 3. Juni 2009 um 5:24

    Naja, sagen wir: Es war Fast-Ausland, nämlich der Hunsrück und ich war im Urlaub.

    Mir fällt diese Entscheidung auch nicht leicht, denn vor allem die Sympathie vieler Zuschauer war es, was mir bei Mac-TV viel Freude bereitet hat.

    Wir haben hier eine Verquickung von zwei Ebenen: einer (zwischen-)menschlichen und einer sachlichen Ebene.

    Ich kann mich nur wiederholen: Ich habe nicht die Absicht über Mac-TV-Internas zu sprechen. In meiner Wahrnehmung gibt es eine Art Gentleman-Agreement bei Mac-TV, internes intern zu lassen. Deshalb mag für Aussenstehende manches nicht nachvollziehbar sein.

    Wenn Jörn sich jedoch öffentlich mit einer in meinen Augen verquasten, falschen und unreflektierten Argumentation für Internet-Zensur ausspricht, dann nehme ich auch öffentlich dazu Stellung, auch wenn mir seine guten Intentionen dahinter schon bewusst sind.

  5. 7 stepa
    3. Juni 2009 um 4:25

    Tja, da bleibt dann zu hoffen das es doch noch eine Chance gibt dich wieder bei Mac TV zu sehen.
    Ich denke fast jeder Zuschauer würde sich dies wünschen und ich hoffe das eure Differenzen (für uns Außenstehende in der Tat schwer nachvollziehbar)irgendwann soweit behoben werden können, so daß dies auch möglich sein wird.
    Und von Jörn würde ich mir auch nochmal gerne eine Stellungnahme zum Thema Internetzensur wünschen, indem er mal ganz sachlich und ruhig erklärt warum er damit leben kann.

  6. 8 Jörn
    4. Juni 2009 um 9:26

    Eine Stellungnahme von mir? Wozu? Ich habe ein einem fast 80-seitigen Forumsthread sehr ausführlich erläutert, wie ich das Gesetz interpretiere, und ich habe mich auch sehr ausführlich mit den Pro und Contras auseinander gesetzt, die dort ausgetauscht wurden. Norbert hat diese Postings leider nicht verlinkt.

    Während ich also meinen Standpunkt sehr ausführlich begründet habe (und vielleicht sind die Begründungen falsch), finde ich in Norberts Blog keinerlei belastbare Argumentationen. Es ist natürlich sehr einfach, mit dem Finger auf die Irrtümer der anderen zu zeigen, ohne sich selbst mit den eigenen Argumenten angreifbar zu machen.

    Die Schlagzeile, Mac-TV sei für Internet-Zensur, ist natürlich bewusst reisserisch gewählt (und falsch). Erstens hat Mac-TV als Ganzes eine wie auch immer geartete politische Position, sondern das ist die Privatsache der Moderatoren, so wie das alle Zuschauer für sich in Anspruch nehmen. Wenn Thomas Gottschalk die CSU wählt, würde ja auch kein Magazin schreiben: „Das ZDF unterstützt die CSU!“.

    Zweitens führt das Wort „Internet-Zensur“ bewusst in die Irre, denn es rückt mich und Mac-TV ja in eine Reihe mit den Praktiken gewisser Diktaturen und sonstiger Übeltäter, und das ist nicht gerade fair.

    Ich bin genauso gegen Staatswillkür und „Zensur“ wie jeder andere auch, aber ich bin einverstanden damit, wenn es bestimmte gesetzlich geregelte Ausnahmen der Freiheiten gibt, solange diese demokratisch kontrolliert werden, und auch nur in bestimmten Fällen.

    Eine dieser Fälle ist der gebotene Respekt vor den Opfern des zweiten Weltkriegs, deswegen bin ich dafür, das Nazi-Hetze der Zensur unterliegt (nicht jedoch die seriöse Auseinandersetzung mit dem Thema). Eine weitere Ausnahme nehme ich hin, wenn es um den Schutz von Schutzbedürftigen geht, und das sind Kinder auf jeden Fall. Deswegen halte ich ein Verbot von Kinderpornographie für richtig und durchaus vereinbar mit einem Staat, in dem Zensur ansonsten nicht erlaubt ist.

    Diese Gesetze gibt es bereits lange Zeit und niemand hat je ernsthaft vorgeschlagen, sie zu ändern. Nun geht es darum, sie auch im Internet durchsetzen zu können.

    Ich halte das für einen vertretbaren, demokratischen Standpunkt. Der Standpunkt ist nicht rechtsradikal oder staatsfeindlich oder gesetzwidrig. Deswegen finde ich ein Geschrei wie „Mac-TV ist für Zensur!!!“ nicht angemessen.

    ———

    Was all dem zu Grunde liegt, ist das Ringen um den richtigen Weg. Denn außer in diesem Blog sind nicht alle Menschen so sehr davon überzeugt, alles richtig zu machen. Deswegen reden die Menschen miteinander, hören einander zu und regen sich auch manchmal auf. Am Ende entsteht ein Meinungsbild und dann wird demokratisch abgestimmt.

    Wenn ich den Kontakt zu allen Menschen und Gruppen abbrechen würde, die nicht sofort bereit sind, meine Meinung als das einzig Wahre zu akzeptieren, dann wäre ich nicht nur recht einsam, sondern dann wäre ich auch ein schlechter Demokrat.

    Manche ach-so-demokratischen Leute sind so sehr überzeugt von ihrer ach-so-demokratischen Meinung, dass sie eine demokratische Diskussion über diese Meinung kategorisch ablehnen. Das ist oft ein Merkmal von radikalen Kreisen. Es gibt Leute, die ein Magazin nicht mehr lesen, weil ein Redakteur einen Artikel schrieb, der nicht ihrer eigenen Meinung entsprach. Ich halte das nicht für eine demokratische Tugend. Demokratie heisst Diskussion und das Infrage stellen der eigenen Meinung. Demokratie heisst, zu überzeugen und sich überzeugen zu lassen. Und letzten Endes auch, andere Meinung zu akzeptieren, denn man kann auch mit den besten Argumenten nicht die ganze Welt überzeugen.

    ———

    Was Mac-TV und Norbert angeht: Natürlich hat Norbert eine Dauer-Eintrittskarte in unser Studio. Ich habe ihn auch zur nächsten Keynote-Sendung eingeladen. Aber es ist völlig unwichtig, wer wen einlädt oder wer eine Einladung ablehnt. Der wichtige Punkt ist nämlich: Vor Publikum aufzutreten ist nicht eine Sache, zu der man sich gnädig herablässt, sondern es ist ein _Privileg_. Es ist eine Gunst, die vom _Zuschauer_ gewährt wird, und von niemand anderem.

    Wer sich also überlegt, ob er nicht vielleicht zu schade ist für ein bestimmtes Publikum, der sollte dort nicht auftreten.

    Wenn am Montag zur WWDC-Keynote wieder viele, viele lustige Macianer vor dem QuickTime-Player sitzen, dann wollen sie einen großartigen Abend erleben. Viele freuen sich seit Monaten darauf (zum Beispiel ich selbst). Und diese Macianer haben einen Anspruch darauf, dass die Moderatoren mit Feuer und Flamme dabei sind.

    Für mich persönlich ist die Sache ganz klar und einfach. Es gibt nur eine große Live-Show für den Mac, und ich habe das große Glück, der Gastgeber sein zu dürfen. Ein riesiges Privileg! Man stelle sich vor!

    Alles andere ist total unwichtig.

    Jörn

  7. 9 Jörn
    4. Juni 2009 um 9:28

    Korrektur: Es muss heissen:

    Erstens hat Mac-TV als Ganzes KEINE wie auch immer geartete politische Position…

  8. 10 stepa
    4. Juni 2009 um 10:36

    Nun ist mir dein Standpunkt auch klar und so würde ich dies persönlich auch sehen.
    Es hätte mich auch schwer verwundert, wenn es anders gewesen wäre ;-)
    Internetzensur NEIN, dies ist das oberste Gebot. Allerdings sehe ich das so wie du, das man in bestimmten Bereichen wie z.B. der Volksverhetzung mit rassistischen Grundlagen und der Kinderpornographie auch mal einen Riegel vorschieben darf. Keiner kann so etwas ernsthaft wollen, das solche Individuen Kinder mßbrauchen bzw. Rechtsradikale ihre Meinungen im Internet frei kundtun dürfen und somit viele Menschen vergiften. Dies ist gerade in diesen Zeiten sehr gefährlich, weil Einige durchaus empfänglich für solche Propaganda sind.
    Allerdings verstehe ich auch durchaus den Norbert. Ich denke das er wie viele Leute der Meinung ist, das wenn man mal damit angefangen hat das Internet zu zensieren, auch wenn es nur diese Bereiche betrifft, die Gefahr sehr groß ist, das als nächstes wieder etwas zensiert wird weil es im Verdacht steht Unheil anzurichten. Das Problem hierbei ist, wer will das vernünftig kontrollieren? Wer schützt uns davor das man damit keinen Mißbrauch betreibt?
    Das sind natürlich Überlegungen, die man auf jeden Fall mit einbeziehen muß.
    Empfehlenswert wäre hierfür ein unabhängiges Kontrollorgan oder wie immer man sowas nennen mag, das der Öffentlichkeit untersteht und nicht irgendwelchen Ministerien oder Politiker.
    In diesem Kontrollorgan müßten dann Leute arbeiten, die aus bestimmten Bereichen kommen denen wir alle Vertrauen können. Z.b. sollten Datenschützer aktiv daran beteiligt sein, so daß man jederzeit Einblick in die Sache bekommt.
    Nur wie soll das in der Praxis aussehen? Ich weiß es nicht. Es bleibt auf jeden Fall ein übler Beigeschmack und natürlich kann man beide Seiten verstehen. Meiner Meinung nach muß also ein Kompromiss her, der es ermöglicht vor gefährlichen Subjekten zu schützen und trotzdem dafür zu sorgen, das die Internetfreiheit dabei nicht auf der Strecke bleibt.


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